Spanien 2026 Tag 6 - Königspalast
Heute frühstücken wir im Keller. Der Frühstücksraum befindet sich im ersten Untergeschoss. Durch das Fehlen der Fenster hinterlässt er einen etwas ungemütlichen Eindruck. Die Auswahl lässt allerdings keine Wünsche offen. Alle spanischen Spezialitäten sind anzutreffen. Einzig der Kaffee kommt aus dem Vollautomaten, das war in Valencia besser.
Wir haben in Berlin vergessen, für Madrid Tickets zu buchen. Auf der offiziellen Seite des Königspalastes gibt es keine Karten mehr. Im Internet finden wir bei einem Ticketanbieter eine geführte Tour in englisch für den heutigen Tag um 11:00 Uhr. Nehmen wir, ist auch nicht viel teurer als das Original. Für morgen erstehen wir auch gleich noch Karten für den Prado, diesmal aber wieder beim Originalanbieter.
Der Königspalast ist keine 10 Minuten von unserem Hotel entfernt. Der Treffpunkt für die Führung ist an der Metrostation Ópera. Wir sind natürlich wieder zu früh da und warten im Schatten. Wir sprechen mehrere Menschen an, die wie Guides aussehen, jedesmal kommt die Antwort: Falscher Anbieter. Schließlich finden wir die Guide. Als erstes bekommen wir ein Whisper (Bluetooth-Kopfhörer), dann geht es auf zum Palast. Auf dem Weg erzählt sie die Geschichte des Palastes, auch dass er 1734 abgebrannt ist. Ihre Version ist, dass es sich um einen warmen Abriss handelt. Unsere Recherchen im Internet können dies aber nicht bestätigen. Egal, ist eine nette Anekdote.
Jetzt geht es zu den Sicherheitskontrollen. Diese sind wie am Flughafen, gehen aber viel schneller. Jetzt geht es über den Hof zum Eingang des Palacio Real. Alles ohne Anstehen oder Warten. Drängelticket macht es möglich.
Der erste Halt ist die Große Treppe im Palast. Sie wurde aus einem einzigen Stück San-Agustín-Marmor gefertigt. Die Treppe hat über 70 Stufen. Die Guide erzählt, dass der König den rechten Aufgang und die Königin den linken Aufgang nimmt, oder umgekehrt, konnte ich mir nicht merken.
Wir laufen durch die verschiedenen Räume. Das nächste Highlight ist eine Uhr. König Carlos IV war versessen auf Uhren und hat über 200 Stück gesammelt. Alle Uhren sind im Palast ausgestellt und funktionstüchtig, werden aber nicht jeden Tag aufgezogen.
Als nächstes kommt das Porzellanzimmer. Es wurde zwischen 1765 und 1770 im Auftrag von Carlos III. eingerichtet und von den gleichen Künstlern entworfen, wie das Porzellanzimmer im Königspalast von Aranjuez. Das Porzellan stammt von der Königliche Porzellanfabrik von Buen Retiro, die eigens für den Porzellanraum in Aranjuez von Carlos III. gegründet wurde. Das Porzellanzimmer in Aranjuez hat uns persönlich besser gefallen, es ist auch größer.
Der Speisesaal ist einer der größten Räume im Königspalast. Er wurde zwischen 1879 und 1885 erbaut und nimmt den Hauptraum der Westfassade ein. Heute wird dieser Saal weiterhin für Galas genutzt und bietet Platz für mehr als 140 Gäste. König Alfons XII. beauftragte den Architekten José Segundo de Lema mit der Durchführung. Im Nachbarraum erzählt die Guide, dass bei Gala-Dinner dieser Raum manchmal für Tanzveranstaltungen genutzt wird. Die Kapelle sitzt in der Mitte des Raume, spielt leichte klassische Musik und Gäste tanzen um die Kapelle.
Der nächste Stop ist die königliche Kapelle. Sie ist die Hauptkapelle des Königspalastes von Madrid und befindet sich in der Mitte der Nordseite des Hauptgeschosses des Palastes und ist von der Galerie aus zugänglich, die den zentralen Innenhof umgibt. Über den beiden Altären hängen Bilder von Ramón Bayeu y Subías und von Anton Raphael Mengs. Der Maler Corrado Giaquinto malte unter anderem das Fresko in der zentralen Kuppel.
Weiter geht es in den Raum mit der königliche Krone von Spanien. In Spanien gibt es keine Krönungszeremonie, sondern der König wird proklamiert. Bei der Verkündigung steht die Krone auf einem Kissen neben dem König.
Der letzte Stopp ist der Thronsaal. Er ist einer der Haupträume des Königspalastes von Madrid. Der Saal wird von zwei Thronen dominiert, die eine exakte Kopie des Throns aus der Zeit Karls III. sind. Die Wände sind mit rotem Samt aus Genua mit in Stickereien aus Neapel verkleidet. Auf beiden Seiten des Throns stehen je zwei Löwen aus vergoldeter Bronze.
Wir verlassen den Palast und gehen zur Heilige Kathedrale Santa María la Real de la Almudena, einfacher bekannt als Almudena-Kathedrale. Die Kathedrale wurde am 15. Juni 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeweiht.
Wir zahlen 8€ Eintritt für das Museum und den Dom. Die Besichtigung der Kathedrale ist kostenlos. Es gibt einen kostenlosen Audioguide, leider wieder nur auf Englisch. Vom Balkon der Kathedrale mache ich Fotos vom Königspalast. In den Innenräumen dürfen leider keine Fotos gemacht werden.
Wir laufen jetzt jede Menge Treppenstufen hinauf zur Kuppel. Hier gibt es auch einen Austritt. mit wunderbaren Ausblicken auf die Stadt.
Wieder unten angekommen besichtigen wir die Kathedrale. Ist leider nicht ganz mein Fall, da sehr schlicht. Wenn schon Kathedrale, dann mit Putten und Gold 😏
Da es doch sehr warm ist und bereits 14:00 Uhr, beschließen wir erst mal ins Hotel zurück zu gehen. Wir duschen erst mal den Vormittag ab und gehen dann kurz aufs Dach in den Pool zum Abkühlen. Anschließend schreiben wir ein bisschen am Blog und überlegen uns die weitere Gestaltung des Tages.
Wir beschließen, zum alten Rathaus und zum Plaza Mayor zu laufen, das ist nicht ganz so weit und steht auf unserer Besichtigungsliste. In der Nähe ist auch die Markthalle Mercado San Miguel, dort soll man auch essen können und die Plaza Mayor soll auch von Lokalen gesäumt sein.
Wir laufen also los - es ist immer noch sehr warm - und sind auch bald am alten Rathaus, das leider komplett im Gegenlicht liegt. Die Plaza Mayor ist tatsächlich sehr groß, leider auch sehr warm und die Restaurants wirken ein wenig wie überteuerte Touristenfallen.
Also weiter zu Markthalle. Toll anzusehen, trubelig, wimmelig und nur Stehtische. Irgendwie nicht ganz das, was wir uns für den Abend vorgestellt haben.
Also zurück zum Hotel, Fotozeug abladen und die weltweite Schwarmintelligenz nach einem guten Tapas-Laden befragen. Zur Not bleibt uns der Laden von gestern, das ist uns aber dann doch zu langweilig. Wir finden Bodegas el Maño, keine zehn Minuten vom Hotel. Onlinereservierung ist für heute nicht mehr möglich, also ruft Schatzi kurzentschlossen an. Eigentlich sind sie ausgebucht, wenn wir aber um 19:00 Uhr kommen, könnten wir einen Tisch für 1,5 Stunden haben. Gesagt getan.
Wir werden sehr nett empfangen, und bekommen einen Tisch direkt am Fenster. Schatzi trinkt einen Aperol Spritz, ich trinke ein Tinto fr Verano (leider sehr lecker und frisch). Schatzi isst Burrata de Búfala con Gambones al Ajillo mit Brot, ich bestelle Rebas de Calmar en Panko con Alioli und Chips de Berenjena con Miel de Cana Salmorejo. Die Tapas kommen nach und nach an den Tisch. Das Essen war so lecker, das wir für morgen gleich noch einmal einen Tisch reservieren lassen.
Im Hotel setzen wir uns dann auf unsere Terrasse, schlürfen noch etwas Rosé und schreiben am Blog. Morgen geht es dann zum Museo del Prado.