Spanien 2026 Tag 5 - Aranjuez & Chinchón
Heute heißt es Abschied nehmen von Valencia. Wir siedeln um nach Madrid. Vorher gehen wir aber Frühstücken, um Kraft für die lange Fahrt zu tanken. Wir nehmen wieder einen Tisch mit Stühlen, das hat sich gestern bewährt. Schatzi isst wieder ihr Brot mit Avocado, ich nehme das Spanische Omelette. Boah, was sind wir beim Frühstück langweilig.
Jetzt heißt es Koffer packen, auschecken und den T-Rex beladen. Wir fahren nicht direkt nach Madrid, sondern wollen noch nach Aranjuez zum Königlichen Schloss von Aranjuez. Die Fahrt durch Valencia ist sehr unkompliziert, alle fahren zwar chaotisch aber sehr rücksichtsvoll. Auch kommt es uns so vor, als ob es nicht so viel Straßenverkehr gibt. Für die 350 km brauchen wir 3,5 Stunden. Wir fahren natürlich offen. Auf der halben Strecke braucht der T-Rex neues Futter. Wir tanken für 2,05€.
Wir finden direkt vor dem Schloss einen Parkplatz und laufen bei 33°C über den Plaza de Parejas. Leider besteht der große Platz nur aus Sandboden und es gibt hier keinen Schatten. Wir sind froh, als wir den Eingang erreichen. Die Sicherheitskontrolle findet vor dem Ticketkauf statt. Wir gönnen uns beim Kauf der Tickets noch einen deutschsprachigen Audioguide.
Wir betreten das Schloss über die Haupttreppe. Die Stufen sind fast 4,5 Meter breit. Der Kronleuchter ist die erste Gaslampe Spaniens mit 200 Lichtern.
Der Audioguide führt uns durch mindestens zwanzig Räume, von denen wir nur ein paar besonders beeindruckende beschreiben wollen.
Der Palast wurde 1556 von König Philipp II. in Auftrag gegeben und diente seither als eine der offiziellen Residenzen der spanischen Königsfamilie. Die ursprünglichen Entwürfe für das Schloss stammen von dem Hofarchitekten Juan de Herrera, der auch für das Escorial verantwortlich war. Die Wände des Palastes sind mit Fresken geschmückt, die um 1791 von Francisco Bayeu y Subías, dem Schwager von Francisco de Goya, gemalt wurden.
Der Thronsaal ist durch seine prunkvolle Inneneinrichtung gekennzeichnet, die unter anderem aus Samtvorhängen und neobarocken Elementen besteht. Im Laufe der Geschichte diente der Thronsaal verschiedenen Zwecken. So richtete Königin Isabella II. den Raum als Audienzsaal für hochrangige und offizielle Zeremonien ein.
Weiter geht es in den Porzellansalon (Gabinete de Porcelana). Seine Wände und die Decke sind vollständig mit geformten Porzellanplatten bedeckt, die in der Buen-Retiro-Fabrik in Madrid für Karl III. gefertigt wurden und zu Ranken, Girlanden und Chinoiseriefiguren verarbeitet sind. Es gilt weithin als das herausragendste Interieur des Palastes und ist in der spanischen königlichen Architektur einzigartig. Es sieht unglaublich toll aus und ist der Raum, der uns am meisten verzaubert hat.
Der Salón árabe (maurischer Raum) wurde zwischen 1847 und 1851 für Königin Isabella II. gebaut und mit einer maurischen Fantasie (Neo-Nasrid) auf Basis von Mozarabern dekoriert, ähnlich der Sala de Dos Hermanas der Alhambra in Granada. Er wurde hauptsächlich durch Männer als Raucherzimmer genutzt. Die Dekoration der Wände besteht aus bunten Putzarbeiten. Wir fühlen und fast wie in der Alhambra, die 2012 besichtigt haben, deren Wände allerdings nicht farbig sind. Fast so schön wie das Porzellanzimmer.
Die Schlosskapelle Capilla del Palacio Real de Aranjuez ist ein wichtiger religiöser und architektonischer Bestandteil des Königlichen Palastes von Aranjuez.
Die Kapelle befindet sich innerhalb des Palastkomplexes und ist Teil der Kulturlandschaft von Aranjuez, die von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde.
Ansonsten sind noch Kutschen, Kleidung, Brautkleider mit ellenlangen Schleppen und ein Garten auf den wir allerdings auf Grund der Temperatur verzichtet haben, zu bewundern. Auf jeden Fall ein lohnenswerter Zwischenstopp!
Wir fahren weiter nach Chinchón. Hier wollen wir uns den Plaza Mayor de Chinchón ansehen und etwas trinken. Bis zum Ort bringt uns das Navi noch sehr gut, im Ort verliert es leider total die Orientierung. Das wäre nicht so schlimm, wenn die Straßen breiter und weniger steil wären und nicht fast jede Straße eine Einbahnstraße. Durch die Kombination zweier Navis gelingt es uns bis auf 300 Meter an den Marktplatz, den der Reiseführer als herausragend beschreibt, vorzuarbeiten. Hier gibt es einen schattigen Parkplatz am Straßenrand. Da wir nicht davon ausgehen, auf dem historischen Marktplatz parken zu können, parken wir hier und machen den Rest zu Fuß. Es geht bergab (nachher leider auch bergauf) und wir finden den Marktplatz, der auch als Stierkampfarena dient. Die gesamte Mitte kann beparkt werden. Toll! Historisch würden wir das Ganze ohne Autos schöner finden. Wir laufen einmal um den Platz und lassen uns dann in einem Cafe nieder, wo wir jeder eine Cola trinken. Anschließend geht es zurück zu dem kleinen Raubsaurier, damit wir die letzte Etappe nach Madrid meistern können.
Bis Madrid führt uns das Navi ohne Probleme. Dann fahren wir in den 3,5 Km langen Tunnel der M-30. Ab hier ist es wieder lost, zeigt Straßen und Abzweigungen an, die gar nicht existieren. Zum Glück hatten wir uns vorher die Strecke so ungefähr angesehen. Als der Dino aus dem Tunnel auftaucht, braucht das Navi mehrere Minuten, bis es wieder am Start ist. Unser Ziel ist jetzt nur noch 1 Km entfernt. Das Hotel finden wir auf Anhieb. Das Hotel besitzt keine Vorfahrt, ein Halten vor dem Hotel funktioniert nicht, da der Verkehr nicht wie in Valencia, sonder eher mit Berlin vergleichbar ist. Also Schatzi abgesetzt und ich fahre erst einmal weiter. Dann kommt per Nachricht die Adresse vom Parkhaus des Hotels. Ich brauche noch 15 Minuten, bis ich am Parkhaus wieder angekommen bin, alles Einbahnstraßen und starker Verkehr. Haben aber alles gefunden.
Schatzi kommt zum Auto und wir laden die Koffer aus. Es gibt keinen direkten Zugang vom Parkhaus zum Hotel. Also mit dem Fahrstuhl nach oben und drei Minuten zum Hotel gelaufen. Jetzt geht es in den 10. Stock. Schatzi hat ein Zimmer mit einer kleinen Terrasse gebucht. Schöner Ausblick.
Schatzi hatte beim Einchecken (musste ja 15 Minuten auf mich warten) gleich nach einem Restaurant für heute Abend gefragt. Empfohlen wurde ihr die Bar Txapela Gran Vía, keine zwei Minuten vom Hotel entfernt. Wir bestellen einen Tisch und machen uns frisch.
Im Restaurant ist es, ähnlich wie in den USA, wieder gut gekühlt. Schatzi hätte eine Jacke mitnehmen sollen, allerdings käme sie sich, bei 30°C Außentemperatur, komisch vor.
Wir essen Tapas: 2x Txapela potatoes with spicy “brava” sauce, Calamari with piparras mayonnaise und Garlic shrimps in sauce. Dazu trinken wir zwei Cocktails: MOJITO mit Mango und PALOMA TXAPELA. Als Nachtisch nehmen wir Artisan vanilla and Belgian chocolate ice cream duo by Sandro Desii und Catalan cream with carquiñoli biscuit. Alles sehr lecker.
Auf dem Rückweg gehen wir an einem Supermarkt vorbei, holen eine Flasche Roséwein und Nüsse. Wir wollen den Abend auf unserer Terrasse ausklingen lassen.