Spanien 2026 Tag 15 - Pont Tibetà Canillo
Als wir nach dem Aufstehen auf den Balkon treten, kommen die Wolken fast in unser Hotelzimmer, so tief stehen sie. Das sieht nicht gut aus für unseren kleinen Ausflug. Der Wetterbericht hatte für heute Vormittag schönes Wetter prognostiziert.
Nachdem wir schnell geduscht und uns fürs Frühstück bereit gemacht haben, sieht es schon etwas besser aus. Die Wolken stehen nicht mehr ganz so tief und es sind kleine blaue Flecken dazwischen zu sehen.
Nach dem Frühstück strahlt der Himmel in einem satten Blau. Hatte der Wetterbericht ausnahmsweise recht. Also schnell in die Wandersachen geschlüpft und mit dem Auto nach Canillo zum Roc del Quer Bus Stop gefahren. Hier fährt der Bus ab, der zur Pont Tibetà Canillo fährt. Als wir unseren Dino parken, steht bereits ein Bus an der Haltestelle. Der Busfahrer wartet auf uns und bringt uns sicher zum Tibetà Bridge Bus Stop. Von hier müssen wir noch 900 Meter zur Brücke laufen. Am Busstopp sehen wir zufällig einen QR-Code, mit dem wir die Eintrittskarten kaufen können. Nach 15 Minuten harter Arbeit am Smartphone schaffe ich es, die Karten zu erstehen. Sie gelten dann auch für den Aussichtspunkt, den wir anschließend noch besuchen wollen.
Auf dem Weg zur Brücke wird es richtig warm, so dass wir erst einmal unsere Jacken ausziehen, die wir vorsorglich heute morgen angezogen haben. Hier kann ich dann auch gleich das erste Foto des Tages machen.
Leicht geschwitzt kommen wir an der Brücke an. Die Tickets werden gescannt und wir können weitergehen. Die Brücke ist schon beeindruckend. Sie hat eine Länge von 603 Meter und eine maximale Höhe von 158 Meter über dem Flusstal Vall del Riu. Der Startpunkt, auf der Armiana-Seite liegt auf 1875 Meter. Dadurch, dass sie eine Breite von einem Meter hat, kann sie in beide Richtungen gleichzeitig begangen werden. Sie ist derzeit die zweitlängste Hängebrücke in Europa.
Todesmutig wagt sich Schatzi auf die Brücke. Beim Laufen auf der Brücke fühlen wir uns ähnlich wie in Rockland, als wir zum Rockland Breakwater Lighthouse gelaufen sind.
Am anderen Ende der Brücke gibt es außer einem schönen Ausblick nichts weltbewegendes. Also machen wir uns wieder auf den Rückweg.
Wir kommen unbeschadet wieder am Startpunkt an. Jetzt wird es hier auch richtig voll. Haben wir mit der frühen Zeit mal wieder alles richtig gemacht. Natürlich muss ich noch Foto von Schatzi, der Hängebrückenbezwingerin, machen.
Wir laufen zurück zum Eingang. Am Himmel sehen wir immer wieder große Gänsegeier majestätisch durch die Luft gleiten. Nach unseren Recherchen müssten es Gänsegeier gewesen sein. Wir haben weiße Köpfe gesehen und sie waren wirklich groß. Auch ist der Gänsegeier ein häufig anzutreffender Greifvogel in den Pyrenäen.
Wieder steht der Bus direkt da, der Busfahrer steht neben seinem Bus und signalisiert uns, dass er wartet. Wieder sehr zuvorkommend. Auch als er gerade losfahren will, sagt ein Passagier, das noch mehrere Leute kommen. Er hält noch einmal an und lässt sie alle einsteigen. Erinnert mich irgendwie an die Busfahrer in Berlin.
Dirk fährt in Berlin glaube ich nicht häufig Bus.
— jb
Zurück am Roc del Quer Bus Stop laufen wir noch zum Aussichtspunkt, obwohl sich das Wetter verschlechtert hat. Kurz vor dem Aussichtspunkt möchte Schatzi unbedingt noch ein Touristen-Foto haben. Bekommt sie.
Wir laufen weiter bis zum Aussichtspunkt. Am Eingang möchte ich meine Tickets zeigen, auf der Website des Anbieters sind diese aber plötzlich nicht mehr auffindbar. Die Kontrolleurin sagt, dass das öfter vorkommt, wir sollen einfach weiter gehen. Das Wetter hat sich noch einmal berappelt. Es ist wesentlich besser, als es beim Aufstieg aussah.
Der Aussichtspunkt ist 20 Meter lang, wobei zwölf Meter über dem Abhang gebaut sind. Im Fußboden sind Glasplatten eingelassen, die leider schon sehr in die Jahre gekommen und dementsprechend blind sind. Der Aussichtspunkt schwebt 500 Meter über dem Grund.
Außerhalb der Aussichtsplattform sitzt eine Skulptur des Künstlers Miguel Ángel González. Von der Plattform gibt es einen Panoramablick auf die Täler von Montaup und Valira de Oriente. Wir meinen, unser Hotel sehen zu können, welches im Tal Valira de Oriente liegt. Der Bau der Plattform kostete 400.000€ und sie wurde 2016 eröffnet.
Wir laufen zurück zum Auto. Mit dem Wetter haben wir mächtig Glück gehabt. Es wird jetzt zunehmend schlechter. In Canillo halten wir noch kurz an und holen im Bioladen unser Mittagessen. Heute gibt es zur Abwechslung mal Brot und Iberico-Schinken.
Im Hotel angekommen, setzen wir uns auf den Balkon, genießen die letzten Sonnenstrahlen und essen das Brot mit Schinken. Anschließend gehen wir wieder planschen. Wir sind wieder fast alleine im Wasser. Zurück im Zimmer machen wir erst einmal Siesta. Ist ja schließlich Urlaub.
Um 19:00 Uhr kommt, wie jeden Tag, der Zimmerservice und fragt, ob wir noch etwas brauchen - Tee, Kaffee Wasser oder Pralinen. Wir nehmen Wasser und Pralinen. Die sind wirklich lecker.
Gegen 20:00 Uhr gehen wir zum letzten mal in die Glassbar zum Essen. Es gibt Sushi und einen leckeren Nachtisch. Morgen geht es dann nach Ribes de Freser.